Kirchen und Klöster
Holz, Lehm und Stroh waren die Baumaterialien der ersten Kirchen. Diese waren kleine saalartige Hallen mit Rechteckchor und ohne Turm umgeben von einer Begräbnisstätte – wie das Modell der archäologisch gesicherten Holzpfostenkirche bei Doveren zeigt.
Die Frühzeit des heimischen Christentums und damit wahrscheinlich auch der Kirchenbauten ist ins 8. Jh. anzusetzen, als angelsächsische Mönche hier missionarisch tätig waren. Reste von frühen steinernen Kirchbauten sind heute z. B. noch in Millen und Orsbeck zu sehen.
In einer steinarmen Gegend wie dem Kreis Heinsberg wurde das Mauerwerk dieser Bauten aus unterschiedlichsten Gesteinen errichtet: Feldsteine, Flusskiesel und Sandsteine/Ziegel aus aufgelassenen römischen Siedlungen.
Im Gebiet des heutigen Kreises Heinsberg wurden im Mittelalter zahlreiche Klöster und Stifte gegründet.
Die bedeutendsten Stifte (im Unterschied zu Klöstermönchen legten Stiftsgeistliche u. a. kein Gelübde ab und genossen größere Freiheiten) waren das Georgsstift in Wassenberg sowie das Gangolfusstift und der Adlige Damenstift in Heinsberg. Letzteres war ursprünglich ein Marienkloster der Norbertiner oder Prämonstratenser. Die Stifte wurden von ihren Gründern und deren Nachfahren mit Höfen und Ländereien ausgestattet; durch die Inkorporation von Kirchen erhielten die Stifte weitere umfangreiche (Zehnt-)Einkünfte, zu deren Unterhalt sie aber andererseits verpflichtet waren. Alle Stifte wurden 1802 durch die Franzosen aufgelöst.
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Das im November 1944 zerstörte Gebäude des ehemaligen adligen Damenstiftes in der Heinsberger Hochstraße war ein eindrucksvolles Bauwerk im Stil des Rokoko - wahrscheinlich nach Plänen des Architekten Jakob Couven errichtet. Das Stiftsgebäude bestand aus zwei vorspringenden Seitenflügeln und einem Mittelbau.
Mauerwerke
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