Regionale Geschichte
Allgemeines
Der Kreis Heinsberg liegt im Regierungsbezirk Köln in Nordrhein-Westfalen unmittelber an der niederländischen Grenze. Die Stadt Heinsberg ist mit einer Einwohnerzahl von ca. 41.700 (2007) die westlichste Kreisstadt Deutschlands. Auf den historischen Stadtkern Heinsbergs entfallen ca. 8.200 Einwohner.
Wirtschaft und Industrie
Die Region um Heinsberg war und ist bis heute ein überwiegend ländlich geprägter Raum. Trotzdem kam es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Zuge der Industriellen Revolution zu einem erheblichen Aufschwung der traditionellen Handwerke der Korbflechter und Holzschuhmacher. Nach Fertigstellung des für die Ansiedlung von Industrie damals generell sehr bedeutenden Eisenbahnanschlusses 1890 wurden in der Folgezeit auch einzelne größere Fabriken im Kreisgebiet eröffnet (Textil- und chemische Industrie). Diese Großbetriebe bzw. deren Nachfolger sind bis heute wichtige Arbeitgeber in der Region.
Siedlungsgeschichte
Das historische Zentrum der Stadt Heinsberg liegt auf einer Anhöhe der südlichen Rurauenterassen. Eine dauerhafte Besiedlung ist dabei erst ab dem 8. oder 9. Jahrhundert nachzuweisen, obwohl eine römische Straße durch den Stadtkern verläuft. Der erste "Herr von Heinsberg" ist erstmalig in einer Urkunde von 1085 erwähnt.
Kirchengeschichte
Bis zum 18. Jahrhundert hatten insbesondere die beiden Stifte in der Region erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. Die geistlichen Einrichtungen waren im Vergleich zu den weltlichen Herren verhältnismäßig wohlhabend und übten auch politischen und wirtschaftlichen Einfluss als Grundbesitzer aus. Zudem widmete sich der Klerus auch gemeinnützigen Aufgaben wie beispielsweise dem Schulwesen in der Region. Unter französischer Besatzung wurde der weltliche Einfluss der Kirche 1802 von Napoleon ausgeschaltet (Säkularisation).
