Adalbert Begas
Adalbert Begas war der dritte Sohn von Carl Joseph Begas d. Ä., der sich für einen Künstlerberuf entschied. Aufgrund seiner zeichnerischen Fähigkeiten bewog ihn sein Vater, sich als Kupferstecher ausbilden zu lassen. Er erlernte diese Technik fünf Jahre an der Berliner Akademie der Künste bei Professor Lüderitz. lnsbesondere seine 1858 in Schabkunstmanier ausgeführte Platte nach dem Selbstbildnis seines Vaters aus dem Jahre 1848 (WVZ Nr. 186, Abb. 58) zeigt seine künstlerische Fähigkeit in dieser Technik. lm darauffolgenden Jahr ging Adalbert Begas zur Vervollkommnung seiner Ausbildung nach Paris. Durch das dort aufgenommene Studium der Malerwerke alter Meister beeinflußt, entschied er sich nach seiner Rückkehr nach Berlin, Maler zu werden. 1862 folgte er seinem Bruder Reinhold an die Kunstschule in Weimar, wo er in das Atelier Arnold Böcklins eintrat. lm folgenden Jahr begab er sich zu künstlerischen Studien nach Italien, wo 1864, beeinflußt durch italienische Madonnenbilder, sein Gemälde "Mutter und Kind" (Berlin, Nationalgalerie ) entstand. Nach Berlin zurückgekehrt, arbeitete Adalbert Begas erfolgreich als Porträtmaler. Sein größtes lnteresse galt jedoch poetisch-täumerischen Genredarstellungen und allegorisch-idealisierten weiblichen Gestalten. Seinen größten Erfolg erzielte er 1872 mit dem lebensgroßen Bildnis eines schönen jungen Madchens in Tracht als Personifizierung des "Volksliedes".
lm Jahr 1877 heiratete Adalbert Begas in Berlin die Landschafts-, Architektur- und Stillebenmalerin Luise von Parmentier, deren Werke ebenfalls in Berlin großen Beifall fanden. Gemeinsam reiste das Ehepaar haufig nach Italien. Insbesondere ein Aufenthalt in Venedig inspirierte Adalbert Begas zu realistischen genrehaften Szenen in venezianischem Kolorit.
Die große Beliebtheit des Künstlers beim Berliner Publikum dokumentierte sich in einer Gedächtnis-Ausstellung 1888/89 in der Nationalgalerie Berlin.
Quelle: Rita Müllejans-Dickmann, Dorothee Haffner, Udo Felbinger: Carl Joseph Begas (1794-1854) - Blick in die Heimat, Museumsschriften des Kreises Heinsberg 15, Heinsberg 1994, S. 47

